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Designer

Sandra Nilsson Tuisku

 

"Ganz oben in unserer schönen Bergwelt, wo der Wind über den Torneträsk-See eilt, wo er über das Land zieht und den Berg Nuolja umstreicht, am Fuße des Berges, in Richtung Lapporten, liegt es: Das Dorf, das schon immer kreative Seelen anzog - Abisko.

 

In Abisko, in einer alten Bahnstation der Jahrhundertwende, herrscht fleißige Arbeit und strahlt wie ein Licht im Fenster. Manchmal am späten Abend, ganz selten am frühen Morgen.

 

Dort arbeite ich, Sandra Nilsson Tuisku.

 

Meine Großmutter legte den Grundstein für mein Handwerk und meine Kunstfertigkeit. Von Kindheit an befeuerte sie meine Neugier und beschäftigte meine tastenden Hände mit verschiedenen Handwerken.

 

Ich schmiede Silberschmuck, male, zeichne und entwerfe eine Vielzahl von Produkten. Die meisten von ihnen haben eine starke Verbindung zu unserer fantastischen Natur und Bergwelt. Meist arbeite ich mit dem Material, das um mich herum zu finden ist."

Foto: Ante Skaulu

Sandra Nilsson Tuisku

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Thomas Raschke

 

– mit starkem schwedischen Einfluss!

Ich bin der Spross gleich zweier Goldschmiedefamilien. Meine Mutter, Tochter eines Pfortsheimer Schmuckfabrikanten trifft in Schwäbisch Gmünd an der Fachschule für Schmuck meinen Vater, der seine Ausbildung zum Goldschmied beim Onkel in Lübeck absolviert hatte. Ich musste also Goldschmied werden. Das schien nur natürlich, logisch und konsequent. Die Zweifel kamen nach der Gesellenprüfung. Ich ging nach Berlin protestiv in eine Industrieschweisser- Ausbildung. Diese musste ich abbrechen, als mein Vater Fachlehrer der Goldschmiede-Meisterklasse in Schwäbisch Gmünd wurde. Ich übernahm erwartungsgemäß den Elterlichen Betrieb, konnte das enge Korsett aber nicht lange ertragen. Ich machte Objekte, wollte Künstler werden, arbeitete als Modellbauer im Industriedesign. Baute eigene Möbel. Dann endlich die Aufnahme an der Kunstakademie. Nur weg vom Goldschmieden. Hier habe ich mein Interesse für Kunstgeschichte entdeckt. Viel Zeit in Museen zugebracht, vor allem in Rüstkammern.

Eine Künstlerkarriere beginnt. Galerien präsentieren mich, erst im Süddeutschen dann in Europa.. Meine Frau bekam ein sehr gutes Job-Angebot in Schweden dem wir dann gefolgt sind. Zum Messer machen bin ich erst in Schweden gekommen. Vor ein paar Jahren musste ich mir die rechte Hand operieren lassen. Das ging gewaltig schief. Ich war gezwungen kleinere filigranere Objekte zu machen. Das brachte mich zurück zum Goldschmieden. Plötzlich machte es wieder Spaß und ich entdeckte welchen Fundus an Verständnis für den Beruf und wieviel Können meine Familie mir doch eigentlich vermittelt hatte. Da kam das Interesse für Goldschmiede- Techniken von meinem Vater und das Emaillieren, Gestalten, die ganze künstlerische Ader von meiner Mutter zur Geltung.

Ich lebe jetzt seit sieben Jahren mit meiner Familie in Schweden. Mehr aus Nebeninteresse habe ich einen Kurs bei der hiesigen Messermachervereinigung absolviert. Messermachen ist hier ein Hobby wie anderswo Briefmarkensammeln. Danach hatte die Messersache wieder vergessen. Meine Leidenschaft zum Kochen hat mich dazu gebracht erneut zwei Kochmesser zu machen. Diese habe ich einem Kollegen von Nutida Svenskt Silver, der Vereinigung der skandinavischen Silberschmiede, hier in Stockholm gezeigt. Begeisterung...ich habe weitergemacht. Über die letzten drei Jahre habe ich fast ausschließlich Messer gemacht. Seit ein paar Monaten bin ich auch richtiges Mitglied der Stockholmer Messermacher-Vereinigung und habe mit meinen neusten Kreationen schon einen 2. und 3. Preis errungen. In der Öffentlichkeit war ich damit aber noch nicht. Eigene Klingen schmieden? Ja, super spannend! Ich habe gleich einen weiteren Kurs belegt und angefangen. Daraus erwuchs eine wesentliche Erfahrung. Um Klingen mit der Qualität zu schmieden, die ich gerne an meinen Messern hätte müsste ich viele Jahre Berufserfahrung mitbringen. Schuster bleibe bei deinen Leisten. Die Arbeitsteilung in der Manufaktur haben schon die Römer erfunden. Rubens beschäftigte einen Hand- und einen Himmelmaler. In der Renaissance machten auch die Goldschmiede ihren Teil und die Schmiede den Anderen. Ich mache die Griffe und die Klingen müssen woanders herkommen. In Berlin habe ich einen Schmied kennengelernt. Nils Jacobsen von ihm beziehe ich im Moment Klingen nach meinen Entwürfen. Es könnte aber nicht lange dauern und ich wage mich doch noch zum Klingen schmieden vor.

Meine Vorbilder kommen aus dem späten Mittelalter und der Renaissance. Ich versuche das ein Stück weit wiederzubeleben. In der Renaissance verbindet sich höchstes handwerkliches Können mit einer unglaublichen Liebe zum Dargestellten, einer Leidenschaft für jedes Detail und einer fast göttlichen Schönheit. Die langen Nachmittage in den großen Waffensammlungen der europäischen Museen kommen jetzt zum tragen.

Ich liebe Email, Gravur, Bein, Ziselierung, Filigran und vieles mehr. Mir ist es nach Prunkmessern, Scheiben, Hoden und Ohren-Dolchen. 

Ich liebe Dinge, die ihre Existenzberechtigung auf Wertigkeit und Schönheit gründen. Und vor allem ist es mir nach richtiger Goldschmiedekunst. Das kann ich am besten.

Thomas Raschke

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Ich bin 43 Jahre alt und lebe in einem kleinen Dorf, das heißt Porjus (Porjus ist samisch und heißt ”segeln”). Ich bin Same, und ich arbeite mit Rentieren. Außerdem bin ich Kunsthandwerker (slöjdare).

Porjus liegt am Stora Luleå Älv (am Großen Luleå Fluss). Im Winter habe ich meine Rentiere ein paar Meilen stromabwärts von Porjus. Und wenn der Frühling kommt, ziehen meine Familie und ich mit unseren Rentieren stromaufwärts in die Berge, wo wir im Sommer leben.

In meiner Familie gibt es seit Generationen die Kunsthandwerker-Tradition, und so lernte ich alles von meinem Vater.

Ich bin ausgebildeter Lehrer und unterrichte junge Sami im Kunsthandwerk in Jokkmokk. Dort ist das Samische Ausbildungszentrum.

(Anmerkung: Jon ist ausgezeichnet worden für seine Arbeit und darf seine Produkte mit der Duodji-Märke kennzeichnen. Da sist ein Echtheits- und Gütesiegel für samische Kunst)

Ich arbeite nur mit Naturmaterial, das ich dort finde, wo ich lebe, zum Beispiel Rentierhorn, Elchgeweih, unterschiedliches Holz, meist Birke.

Ich mag alle Arten von Kunsthandwerk, besonders gern aber mache ich Messer, Becher und Schmuck.

Die Dinge herzustellen ist sehr zeitaufwändig, weil das Material erst einmal trocknen muss. Es dauert mehrere Jahre vom Sammeln des Materials bis etwas fertig wird. Man braucht Zeit, um sich zu überlegen, was man aus einem bestimmten Material fertigt.

Die Form der Dinge muss einfach und leicht gerundet sein,  weil die Gegenstände leicht zu tragen sein müssen, wenn man unterwegs ist.

Meist kommt am Ende der Bearbeitung die Gravur. Das ist der schwierigste und zeitaufwändigste Teil der Arbeit.

Die Muster, die ich graviere, sind Kombinationen von alten Familienmustern und Mustern aus meiner Umgebung im nördlichen Teil von Sápmi (Lappland). In meinen Mustern kommen häufig Symbole für Sonne, Pflanzen, Menschen, Zelte, Rentiere und andere Tiere vor.

Auf eine Kette habe ich zum Beispiel die Blüte der Hjortron-Beere (Moltebeere) graviert!

Jon Thomas Utsi

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Ich habe es immer geliebt, mit meinen Händen zu gestalten und damit Ideen umzusetzen. Ein Tag ohne etwas zu erschaffen ist für mich ein verlorener Tag.

Als Kind malte ich Bilder, die ich vor dem Haus in Haparanda, in dem wir lebten, verkaufte. Es war für mich natürlich, Ästhetik in der Schule zu lernen. Nach der Schulzeit habe ich einige Jahre lang die ganze Welt bereist. Beim Treffen mit anderen Kulturen wurde ich dazu inspiriert, meine eigene Kultur durch meine Hände neu kennenzulernen.

Ich besuchte das Sami-Ausbildungszentrum. Dort habe ich gelernt, traditionelle Kleidung zu nähen und Gebrauchsgegenstände herzustellen. Die Ausbildung beinhaltete auch Silberschmiede, da Silber eine besondere Stellung innerhalb der samischen Kultur einnimmt. Dort entstand mein Traum, mit Silber zu arbeiten. Ich habe mein erstes Armband kreiert, das immer noch ein beliebtes Schmuckstück ist und Teil der Kollektion in meinem Silber-Sortiment ist.

In der Schule traf ich meinen zukünftigen Ehemann, und als wir im kalten Norden einen Lebensunterhalt bestreiten wollten, machte ich in Lannavaara in der Nähe von Idivuoma, wo wir jetzt leben, eine Silberschmiedeausbildung. Ich habe mich auf die Schmuckherstellung spezialisiert. Es waren ein paar lehrreiche Jahre, und ich nahm Silber als "mein" Material, das ich liebe und sehe ständig neue Möglichkeiten.

Was ich an meiner Arbeit am meisten schätze, ist die Freude, mit der ich gestalte, und die Wertschätzung, die ich von Zuschauern und Kunden erfahre.

Ich fühle mich glücklich, die samische Kultur durch meine Kreation einem größeren Publikum näher bringen zu können. Für mich ist es ein Privileg, morgens aufzuwachen und WOW zu fühlen, jetzt kann ich zur Schmiede gehen. Das ist Lebensqualität für mich.

Erica Huuva Simma

Erica Huuva Simma

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Die Marke Jess of Sweden wurde 2005 von Jessica Lorin gegründet.

Nach alten Handwerkstraditionen produziert sie einzigartige Produkte.

Was ursprünglich ein Hobby war, hat sich mittlerweile zu einem Geschäft mit Verkäufen in verschiedenen Ländern entwickelt.

 

Jessica stellt Armbänder, Halsketten, Haarspangen, Ohrringe und Brillenbänder her.

 

GESCHICHTE

In der Wikingerzeit gab es bereits gesponnene Fäden aus Gold, Silber und Bronze, um Habseligkeiten zu schmücken. In der Hågahögarna bei Uppsala wurden Fragmente aus gesponnenem Golddraht gefunden, die etwa 3000 Jahre alt sind.

Später kam Zinndraht zum Einsatz. Der bisher älteste Fund wurde am Furensee gemacht. Es wird angenommen, dass es aus der Zeit vor 1000 n.Chr. stammt.

 

Die Nutzung von Zinndraht ist seit dem 17. Jahrhundert unter den Samen in Sápmi weit verbreitet. Im 19. Jahrhundert verschwand diese Kunst fast vollständig. 

Die Idee, Zinndraht zu spinnen, hatten wahrscheinlich die Sami, als sie mit den Norwegern handelten. Eigentlich wurde am häufigsten Silberdraht verwendet. Zinn war allerdings einfacher zu verarbeiten, und es war billiger, es war das „Silber für Arme“.

 

Sie machten den Faden, indem sie Birkenrinde zu einer feinen Röhre zusammenbanden, und anschließend flüssigen Zinn hineingossen. Man zog den Draht durch immer kleinere Löcher.

 

Wenn der Faden dünn genug war, konnte man damit schöne Muster nähen. Im 19. Jahrhundert gab es kaum noch jemanden, der die Kunst beherrschte.

 

1905 fand Andreas Wilks in Dikanäs das alte Blechwerkzeug seiner Mutter und begann zu experimentieren. Am Ende gelang es ihm, die Fäden zu ziehen und zu drehen. Er hat es nicht auf die alte Weise gemacht. Statt den Faden zu spinnen, drehte er ihn um einen Draht, das war leichter.

 

Andreas Wilks hielt in den 1930er Jahren Kurse in Norrbotten, Västerbotten, Jämtland und Härjedalen. Auf diese Weise rettete er eine fast ausgestorbene Kunstform.

Quelle: „Zinndraht-Stickerei“ von Mona Callenberg

Jess of Sweden

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The story about AGAVANZA begins in 2007 when Charlotte Skov, a trained silversmith, starts selling her handmade jewellery online.
In 2009 she opens a workshop with her partner, Marcos Perez, in the charming and historic Jewish quarter of Córdoba in Southern Spain.  
Five years later, in the spring of 2014, the two silversmiths decide that it is time for a change and move their workshop to Denmark, more specifically Fanø - the island from which both the name AGAVANZA and the inspiration for the jewellery come from.
All the pieces are made with 925 Sterling silver, and some of the collections are also available in gold plated and rhodinated or oxidized silver.  
 
What does AGAVANZA mean?

AGAVANZA is the Spanish word for rosehip, the fruit of one of the most characteristic plants on the Danish west coast. Since Charlotte started making her jewellery she has been inspired by the beautiful and wild nature of Fanø, and therefore chose the rosehip as name and trademark for her designs. The rosehip necklace was the first piece of jewellery to be made under the name AGAVANZA, and it has been an absolute bestseller ever since. As an added bonus, within the word agavanza, you can find the word avanzar, which in Spanish means to advance or move forward. And the first two letter of the name form the chemical formula for silver, Ag, the metal that we love to work with on a daily basis.

Charlotte Skov and Marcos Perez

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Ich besitze und leite JUST WOOD, Stina Gunnarsson. Ich stelle mich normalerweise als kreativer Ingenieur und Designer vor, bin aber auch ausgebildet, habe einen Master of Science in Maschinenbau mit den Schwerpunkten Ergonomie und Design und Spezialisierung auf Holztechnologie (puh!). Ich habe mehrere Jahre Berufserfahrung in der Möbelbranche und arbeite heute bei Just Wood, auch an der Universität Linköping als Assistent in der Holztechnologie. Mein Interesse an Holz begann bereits in der Schule, wo ich einen fantastischen Lehrer hatte, der mich mehr oder weniger das tun ließ, was ich wollte. Mit hohen Ambitionen und großem Antrieb schon damals, neben den obligatorischen Löffeln und Schneidebrettern habe ich auch Stühle und Bücherregale mit einzigartigem Design gebaut.

Das Interesse an Holz besteht noch immer, und obwohl ich kein Möbeltischler geworden bin, bin ich doch immer auf die eine oder andere Weise in der Holzindustrie tätig. Heute habe ich meinen eigenen Weg gefunden, ein brandneues Konzept mit meiner Firma Just Wood. Das Unternehmen ist erst seit einigen Jahren aktiv, aber es ist bereits unglaublich viel passiert und ich habe sehr große Aufmerksamkeit erhalten (z.B. die Auszeichnung „Årets Formbärare 2018“,  http://svenskform.se/regionalforeningar/arets-formbarare-3/arets-formbarare-2018/). Jetzt möchte ich mehr in das Unternehmen investieren und zusätzlich zu den Vorträgen und Inspirationen über Holz habe ich viele neue Produkte im Einsatz.

Stina Gunnarsson

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